• Kahn im Naabtal bei Burglengenfeld
  • Burglengenfelder Bürgerfest
09.10.2017

Austausch überwindet Grenzen: Stadtverwaltung Radotin besucht Burglengenfeld

Gerhard Schneeberger brachte der Delegation aus Tschechien am Freitag die Altstadt Burglengenfelds näher. Am Donnerstagabend vertieften Bürgermeister Karel Hanzlik (2 v.l.) und Bürgermeister Thomas Gesche ihre Gepräche; Sebastian Lesnak (r.) vom CeBB und Jitka Bodrovova (l.) halfen bei der Übersetzung. Im Rathaus führte unter anderen geschäftsleitender Beamter Thomas Wittmann durch sein Büro.

„Der letzte Besuch dieser Art ist über 20 Jahre her. Umso mehr freut es uns, dass es jetzt endlich geklappt hat“. So sagte es Pavel Jirasek, geschäftsleitender Beamter aus Radotin, der Partnerstadt von Burglengenfeld. Eine 19-köpfige Delegation aus Radotin besuchte vergangenen Donnerstag und Freitag im Rahmen einer „Studienfahrt“ die einzelnen Ämter, Abteilungen und Töchter der Stadt. 

Herzlich und überschwänglich war der Empfang am Donnerstag, als Bürgermeister Karel Hanzlik mit „seiner“ Verwaltung in Burglengenfeld eintraf. „Ich war bereits einige Male hier, doch jedes Mal wieder ist es mir eine große Freude, unsere Partnerstadt zu besuchen“, erklärte Hanzlik. Immer wieder gäbe es an Burglengenfeld neue Facetten zu entdecken und viele Dinge, die hier umgesetzt würden, seien für seine Verwaltung vorbildlich. Aus Radotin reisten mehrere Angestellte aus den  entsprechenden Abteilungen wie Bauamt, Bürgerbüro oder Kämmerei  nach Deutschland, um sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Tätigkeit zu informieren – und nicht zuletzt war das Interesse der Radotiner enorm, ihr deutsches „Pendant“ einmal persönlich kennen zu lernen. 

Bürgermeister Thomas Gesche lieferte zu Beginn des Verwaltungsaustausches eine Übersicht, wie sich die Stadt Burglengenfeld und ihre einzelnen Töchter insgesamt aufstellen und wie die einzelnen Verwaltungsbereiche miteinander kooperieren. Einfacher als gedacht zeigte sich hier das Überwinden der sprachlichen Barriere; mit Jitka Bodrovova auf tschechischer und Lenka Schmol sowie Elli Meisinger auf deutscher Seite gelang es, Verwaltungsfachbegriffe wie „Haushaltsplan“ oder „Gewerbeaufsichtsamt“ in adäquate tschechische Begrifflichkeiten zu übertragen. Auf die Theorie folgte die Praxis und nach einer aufschlussreichen Tour durch das Burglengenfelder Rathaus standen als nächste Ziele die Stadtwerke Burglengenfeld, der Bauhof, das Wohlfühlbad Bulmare und die Stadtbibliothek auf dem Programm. 

Freibad in Radotin derzeit in Bau

Letzteres hatte es den tschechischen Besuchern besonders angetan, denn die Stadt Radotin verwirklicht derzeit den Bau eines Hallenbades; dessen Eröffnung ist für das Frühjahr 2018 angesetzt. Wenige Jahre zuvor war in Radotin das so genannte „Biotop“ – ein Freibad mit biologischer Wasseraufbereitung – eröffnet worden. 

Am Donnerstagabend wurden die fachlichen Gespräche im Rahmen einer Zusammenkunft mit tschechischen und deutschen Amtsleitern weiter vertieft. „Solche Zusammentreffen sind wichtige Bestandteile der deutsch-tschechischen Freundschaft“, sagte Sebastian Lesnak vom Schönseer Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), der als Mitarbeiter der Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit den Abend mit begleitete. Auch Georg Tretter, Vorsitzender des Vereins für die deutsch-tschechische Partnerschaft mit Radotin, war überzeugt, dass der persönliche Austausch an Wert nicht zu übertreffen sei.  

Der Freitag führte das tschechische Kollegium auf Stadtführung durch die Altstadt mit Gerhard Schneeberger, in den Bürgertreff am Europaplatz und ins Feuerwehrgerätehaus, bevor die Gruppe wieder zurück nach Tschechien reiste.  Im Rahmen der 25jährigen Städtepartnerschaft mit Burglengenfeld wird das Jubiläum in Radotin am 04. November mit einer Feier gewürdigt. In Burglengenfeld wurde die Partnerschaft bereits im April diesen Jahres mit einem Festakt in der Stadthalle gefeiert. Diesem Verwaltungstreffen voraus gingen einige Monate der Planung, für die auf tschechischer Seite Pavel Jirasek, auf deutscher Seite Ulrike Pelikan-Roßmann aus der Abteilung Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich waren. 

<- zurück