Das Oberpfälzer Volkskundemuseum

Seit 1987 ist in der ehemaligen "Großen Kanzlei", einem herrschaftlichen Verwaltungsgebäude aus dem 16. Jahrhundert zu Füßen der Burg, das Oberpfälzer Volkskundemuseum untergebracht. In 36 Abteilungen des Hauses gewinnen die Besucher detaillierte Einsicht in die Volkskultur und Lebensweise der oberpfälzischen Bevölkerung vom 18. bis 20. Jahrhundert. 

Ein Überblick zur Stadt- und Regionalgeschichte ergänzt diese Präsentation. Mit regelmäßigen kunst- und kulturgeschichtlichen Sonderausstellungen und vielfältigen kulturellen Veranstaltungen stellt sich das Museum als aktive Institution im Kulturleben der Stadt dar.

Die Leitung des Hauses liegt in den Händen der engagierten Volkskundlerin Dr. Margit Berwing-Wittl. Unterstützt wird die Arbeit vom "Freundeskreis des Oberpfälzer Volkskundemuseums".

Auf Wunsch bietet das Museum jederzeit Workshops, museumspädagogische Programme und Gruppenführungen, auch fremdsprachig, an. Anruf genügt! An jedem ersten Dienstag im Monat ist um 19 Uhr öffentliche Abendführung.

Sonderausstellung: „Drinnen im Draußen“

„Drinnen im Draußen“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung im Oberpfälzer Volkskundemuseum. Es handelt sich um eine waschechte Premiere: Erstmals sind fotografische Bilder aus der Oberpfalz und dem Chiemgau von Florian Stopfer öffentlich zu sehen. Vernissage ist am Freitag, 9. September, um 19:30 Uhr. Zur Begrüßung spricht 3. Bürgermeister Josef Gruber, die Einführung ins Werk übernimmt Dr. Werner Kügler, Marquartstein. Die passende Musik steuert an der Harfe Camilla Schneider aus Nittenau bei.

Die Vita von Florian Stopfer ist ebenso spannend, wie sein künstlerisches Werk. Er firmiert aktuell in Schleching an der Grenze zu Österreich als „Baumkraxler“, bietet „Baumpflege und Spezialfällungen mit Kletterseiltechnik an“. Geboren in Kötzting, aufgewachsen im Bayerischen Wald, lebt Florian Stopfer mit

seiner Frau und zwei Kindern im Chiemgau. Nach dem Abitur am Comenius-Gymnasium in Deggendorf studierte er zunächst Kunstgeschichte und Volkskunde an der Universität Passau. Im Jahr 2000 wechselte er nach München an die FH für  Kommunikationsdesign und schloss 2004 das Studium mit Diplom in experimenteller Fotografie ab.

Nach drei Jahren im Agenturleben wechselte Florian Stopfer durch Fortbildungen in den Bereich der Baumpflege mit Schwerpunkt im europäischen Artenschutzrecht. Vor gut zwei Jahren nahm Stopfer mit seinen Bildern an der Martini-Ausstellung im Museum teil. Bei strömendem, eisigem Regen stand er im kleinen Pavillon im Hof und machte nicht gerade die besten Geschäfte. Sein Können aber faszinierte Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl, die nicht lange zögerte und ihn einlud, seine Werke einmal in einer eigenen Sonderausstellung zu zeigen. 

Stopfer war zunächst zurückhaltend. Letztlich aber war die Einladung von Berwing-Wittl die Initialzündung, sich wieder intensiver mit der Fotografie zu beschäftigen. In Burglengenfeld zeigt er nun  Fotografien – aus der Oberpfalz, woher er stammt, und aus dem Chiemgau, wo er mit seiner Familie lebt. Diese Arbeiten ermöglichen auf ganz neue Weise einen Eindruck von Landschaft und Natur. Stopfer zeigt nicht den einzelnen Baum, die Wiese, den Fluss oder den Berg mit allen Details, Farben und Strukturen. Er  „verwischt“ quasi seine Bilder, als ob Nebel oder Schleier darüber liegen. Er macht das überaus geschickt, sodass der Betrachter im ersten Moment kaum erkennen kann, was er da eigentlich sieht. 

Verträumt und märchenhaft erscheinen seine Landschaften. Das ist besonders passend bei einer Region wie der Oberpfalz, die seit jeher literarisch und künstlerisch den Ruf der Schwermütigkeit und Verschlossenheit hat. Doch gerade im Vergleich mit dem Chiemgau wird auch der besondere Reiz der Oberpfalz deutlich, die Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, Direktheit und manchmal auch eine gewisse Rauheit, die die Menschen wie die Landschaft auszeichnen. 

Die Ausstellung „Drinnen im Draußen“ ist im Oberpfälzer Volkskundemuseum zu sehen von 11. September bis 16. Oktober 2016 zu den üblichen Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag sowie Sonntag, jeweils 14 bis 17 Uhr. Öffentliche Abendführung mit dem Künstler ist am Dienstag, 4. Oktober, um 19 Uhr.

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen im Jahr 2016

Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“: Sonntag,  11. September 2016 

Kunstausstellung des Fotografen Florian Stopfer (Chiemgau + Oberpfalz) von 11. September bis 16. Oktober 2016. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 9. September 2016, um 19.30 Uhr.

„Ein Jahr ohne Sommer – Das Hungerjahr 1816 in der Oberpfalz“ Vortrag von Dr. Birgit Angerer, Neusath-Perschen, am Freitag, 21. Oktober 2016, um 19 Uhr im Bürgertreff am Europaplatz.

Festlicher Martini-Kunsthandwerkermarkt von Freitag, 11. November, bis Sonntag, 13. November 2016. Veranstalterin: Evi Dams, Maxhütte-Haidhof.

Sonderausstellung „Menschen, Tiere, Sensationen – aus Blech, Papier und Pappe“ (Zirkus-Spielzeug aus der Sammlung Gerhard Pretzl, Viechtach) mit Rahmenprogramm von 30. November 2016 bis 15. Januar 2017. Ausstellungseröffnung ist am Dienstag, 29. November 2016.

Aktuelles

19.09.2016

Stadtführung: Auf Zeitreise mit dem Nachtwächter



Erlebnisführung mit Schauspiel und Musik, Zeitreise in das 16. Jahrhundert: Gerhard Schneeberger führt zusammen mit den Nachtwächter Alexander Spitzer und weiteren Schauspielern am Sonntag, 02. Oktober, ab 18 Uhr durch die...weiterlesen...


05.09.2016

"Tag des offenen Denkmals" in Burglengenfeld


Der Fall des Doppelmörders Andreas Büchl ist Thema des Freilichtspiels „Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“. Foto: Albin Schreiner

Mord im Museum, Hinrichtung am Galgenberg und viele offene Türen: Alle Veranstaltungen rund um den "Tag des offenen Denkmals" in Burglengenfeld finden Sie hier im Überblick.weiterlesen...


24.08.2016

Abendführung: Das Volkskundemuseum als Baudenkmal


Wandfresko von Georg Weist aus dem Jahre 1959 im Treppenhaus des Neubaus. Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ ist heuer das Motto beim „Tag des offenen Denkmals". Aus diesem Anlass beschäftigt sich die Abendführung am Dienstag, 6. September 2016, um 19 Uhr im Oberpfälzer Volkskundemuseum mit dem Gebäude und...weiterlesen...


09.08.2016

Abschlusskonzert zum Ende von "Der Blick auf die Tracht - Kleidung als Zeichen"



Am Sonntag, 21. August 2016, geht im Oberpfälzer Volkskundemuseum die Sonderausstellung „Der Blick auf die Tracht – Kleidung als Zeichen“ zu Ende. Zum Abschluss steht die oberpfälzische Volksmusik am Beispiel von Kleidung und...weiterlesen...


26.07.2016

Museums-Rallye 2016: Gewinner stehen fest


Die Museums-Rallye im Oberpfälzer Volkskundemuseum hat wieder großes Interesse bei Kindern und Jugendlichen und Schulklassen aus der ganzen Oberpfalz gefunden. Kurz vor den Sommerferien wurden nun unter den 228 Teilnehmern...weiterlesen...


18.07.2016

Die Wittelsbacher und ihr Volk: Vortrag von Prof. Hartinger im Bürgertreff


Der Trachtenverein Almrausch-Edelweiß Regensburg um 1925

„Die Wittelsbacher und ‚ihr‘ Volk im 19. Jahrhundert. Von der Reglementierung zur Pflege der Volkskultur“ – das ist am Mittwoch, 27. Juli 2016, um 19 Uhr im Bürgertreff am Europaplatz das Thema eines Vortrags von Prof. emer. Dr....weiterlesen...


28.06.2016

Abendführung im Museum: „Der Blick auf die Tracht – Kleidung als Zeichen“


Festzug in Schmidmühlen mit Teilnehmern des HTV „Stamm“ Burglengenfeld, 1937 (© Foto: H. Grunowski, Amberg; HTV „Stamm“ Burglengenfeld)

Gabriele Blechschmid führt am Dienstag, 5. Juli 2016, um 19 Uhr im Oberpfälzer Volkskundemuseum durch die Ausstellung „Der Blick auf die Tracht – Kleidung als Zeichen“ und erklärt dabei ihre ganz persönliche Beziehung zu den...weiterlesen...