Stiftungen fördern Frauen, Familien, Bedürftige und die Kultur

Durchaus bemerkenswert für eine Stadt dieser Größe: Die Kämmerei der Stadtverwaltung Burglengenfeld verwaltet vier Stiftungen, aus deren Erträgen junge Frauen, Familien und Bedürftige unterstützt und die Kultur gefördert werden. Die älteste dieser Stiftungen datiert aus dem Jahr 1542 und geht zurück auf Pfalzgraf Philipp.

"Reiche Almosenstiftung"

Am 15. November 1542 verliehen die Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp der Marktgemeinde Burglengenfeld die Stadtrechte, und nur wenige Tage später begründete Pfalzgraf Philipp außerdem die „Reiche Almosenstiftung“, die es bis zum heutigen Tag gibt. 

Die Almosen-Stiftung gewährt Unterstützung an alte, arme oder in Not geratene Einwohner der Stadt Burglengenfeld. Anträge können im Rathaus bei der Stadtkämmerei, Zi.-Nr. 23, bei Markus Schomburg gestellt werden. Aktuelle Einkommensnachweise oder Rentenbescheide sowie ein Nachweis über die Höhe der monatlichen Mietkosten (Netto-Kaltmiete) sind bei der Antragstellung unbedingt mit vorzulegen. Das sieht die Stiftungs-Satzung so vor. Über die Bewilligung der Zuwendung entscheidet der Stadtrat jeweils noch vor den Weihnachtsfeiertagen. Die Stadtverwaltung informiert mit Pressemitteilungen und auf dieser Website in jedem Jahr, wann die Anträge gestellt werden können. Die Anträge sollten in der Regel im November jeden Jahres bei der Stadt gestellt werden.

"von Laengenfeld-Pfalzheim'sche Aussteuer-Stiftung"

Noch zu Lebzeiten von Josefine Haas stiftete König Ludwig I. den Altar zum Andenken an die Haas’sche Aussteuerstiftung. Aus dem Jahr 1844 stammt die Stiftungsurkunde. Ein Jahr vor ihrem Tod 1846 wurde das Altarwerk von Johann Mathias Ranftl fertiggestellt. König Ludwig I. widmete es dem „Andenken der frommen Stiftung der Hochwohlgeborenen Frau Josefine von Laengenfeld Pfalzheim“. Jenen Adelstitel hatte der König 1844 noch eigens für die Stifterin ‚erfunden‘. Foto: Stefan Effenhauser

Die von Laengenfeld-Pfalzheim'sche Aussteuer-Stiftung geht zurück auf Josefine Haas (1783 – 1846). Die Burglengenfelderin fand, nachdem sie mit zehn Jahren Vollwaise geworden war, Aufnahme als Dienstmädchen bei dem Diplomaten und Malteserritter Franz Graf von Lerchenfeld auf Schloss Köfering. Später nahm er sie mit nach Wien und ging mit ihr eine Ehe „linker Hand“ ein. So kam Josefine Haas zu Wohlstand, gründete nach dem Tode des Grafen mehrere wohltätige Stiftungen, darunter die Aussteuer-Stiftung, und wurde 1845 dafür ihrerseits in den Adelsstand erhoben. Die meisten der Stiftungen von Josefine Haas gibt es nicht mehr; in Burglengenfeld dagegen werden die Brautgeschenke seit Wiederaufnahme des Stiftungszweckes im Jahr 1961 alljährlich vergeben.

In der Regel am 25. März jeden Jahres werden aus den Erträgnissen der Aussteuer-Stiftung Burglengenfeld sogenannte Brautgeschenke zu je 800 Euro an ledige Bewerberinnen verlost. Aufgrund der derzeit gültigen Stiftungssatzung werden die Brautgeschenke sofort an die Gewinnerinnen ausbezahlt. Die genauen Kriterien gibt die Stadt in jedem Jahr in Pressemitteilungen und auf dieser Website bekannt. 

Ferner sind folgende Voraussetzungen für die Gewährung zu beachten: Die Eltern der Bewerberinnen müssen im Bereich der Stadt Burglengenfeld oder zwei Fußwegstunden um die Stadt wohnhaft und gemeldet sein. Die Bewerberinnen müssen kinderreichen Familien (mit drei und mehr Kindern) entstammen. Die Eltern der Bewerberinnen müssen als minderbemittelt im Sinne der Abgabenordnung gelten.

Vorgedruckte Anträge für die Bewerbung zur Zulassung an der Auslosung sind im Rathaus Burglengenfeld, Zimmer Nr. 25, bei Daniela Hobik erhältlich. Die Bewerbungsgesuche mit Einkommens- und Vermögensnachweisen für die Bewerberinnen, deren Eltern und Geschwister sind in der Regel spätestens bis 31. Dezember eines jeden Jahres bei der Stadt Burglengenfeld einzureichen.

Betty und Hanns Zierer-Stiftung

Bei der Gründung der Stiftung im Jahr 2001 hatte das Burglengenfelder Ehepaar Betty und Hanns Zierer zunächst aufgrund eigener Erfahrungen die Hilfe für Alzheimer- und Parkinson-Kranke im Sinne. Das Herzensanliegen von Betty Zierer war darüber hinaus, Familien mit mehreren Kindern eine finanzielle Hilfestellung zu geben. 

Betty Zierer ist am 17. Dezember 2003 verstorben. Die Vergabe der sogenannten Ausstattungsbeihilfen findet daher jedes Jahr an ihrem Todestag statt. Am 18. Januar 2015 verstarb Hanns Zierer im Alter von 92 Jahren. Die Stadt Burglengenfeld wird dem Stifter-Ehepaar ein ehrendes Gedenken bewahren; beide waren im Jahr 2002 bereits mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet worden. 

Über die Kriterien der Antragstellung informiert die Kämmerei; in der Regel werden in Frage kommende Familien von der Stadtverwaltung angeschrieben.

Kulturstiftung Burglengenfeld

Die Kulturstiftung Burglengenfeld wurde von der Stadt Burglengenfeld durch Stiftungssatzung vom 18. September 2006 errichtet (stiftungsaufsichtliche Anerkennung 27. November 2006). 

Die Stiftung fördert kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen sowie besondere künstlerische Projekte und Ereignisse (z.B. Konzerte, Ausstellungen). Ein Schwerpunkt ist die Unterstützung des Oberpfälzer Volkskundemuseums in Burglengenfeld.

Die Stiftung soll darüber hinaus den Stiftungsgedanken stärken und die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmer und Unternehmen zu aktiver Unterstützung der kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen ermuntern.

Mit der Kulturstiftung Burglengenfeld wurde ein neuer Weg beschritten, der das kulturelle Leben in der Stadt bereichern soll.