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03.12.2018

Neu: ein "Grünes Klassenzimmer" mitten im Raffa

Eröffneten das „Grüne Klassenzimmer“ (v.li.): Alexander Flierl, Michael Chwatal, Erwin Graf, Thomas Verron, Thomas Gesche und Roland Moser.

Eröffneten das „Grüne Klassenzimmer“ (v.li.): Alexander Flierl, Michael Chwatal, Erwin Graf, Thomas Verron, Thomas Gesche und Roland Moser.

Neues Ausflugsziel im Raffa: Dort hat der Forstbetrieb Burglengenfeld der Bayerischen Staatsforsten ein „Grünes Klassenzimmer“ gestaltet, das Waldbesucher und vor allem Kinder aus den nahen Schulen zu eigenen Gedanken über den Wald inspirieren soll. Zu finden ist das „Grüne Klassenzimmer“ direkt am Jägerhaus am Rande des Kunstwaldgartens.

Thomas Verron, Leiter des Forstbetriebs Burglengenfeld, eröffnete das „Grüne Klassenzimmer“ mit MdL Alexander Flierl, Bürgermeister Thomas Gesche und dem Rektor der Sophie-Scholl-Mittelschule, Michael Chwatal. Im gerade noch herbstfarbenen Wald hatte zur Fertigstellung Klassenleiter Roland Moser eine stattliche Anzahl von Schülern der Klasse 6g mitgebracht, die allesamt letzte Hand anlegten. 

Das „Grüne Klassenzimmer“ ist ein tolles Ausflugsziel: Ein überdimensionaler Laptop und zwei überdimensionale Smartphones, alle aus heimischem Holz gefertigt, symbolisieren, dass die digitale Zeit im Wald längst angebrochen ist. Das Klassenzimmer unter freiem Himmel bietet die Möglichkeit, den Unterricht praxisbezogen in den Wald zu verlagern. Mit dem Slogan “Auch der Wald kann digital“ soll deutlich werden, dass im Wald die Digitalisierung längst Einzug gehalten hat. Jeder Förster der Bayerischen Staatsforsten ist heute mit einem wetterfesten Toughpad oder zumindest Smartphone mit integrierten Apps und GPS-angebunden unterwegs. So können sofort Forstkarten geladen und auf diesen beispielsweise Borkenkäferschadbäume ortsgenau sichtbar markiert werden.

Die Digitalisierung ist im Wald angekommen

Ohne EDV ist moderne Fortwirtschaft kaum mehr möglich. Beim Holzeinschlag mit dem Harvester, bei der Holzaufnahme, bei der Holzabfuhr und beim Holzverkauf unterstützt der „Computer“ Förster und Waldbesitzer. Beim Waldumbau im Zuge des Klimawandels, beim Naturschutz, beim Wasserschutz, beim Arbeitsschutz, bei der Erholung und bei vielem mehr kommen modernste EDV-Programme zum Einsatz. Der Bürger findet manche dieser Informationen im Internet oder auf zahlreichen Smartphone-Apps.

Doch es ist noch viel mehr, was die Besucher und die Kinder bei einem Blick auf oder durch den Laptop oder das Smartphone im Waldgebiet Raffa sehen können. Es gilt sich nur darauf ein- und seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Der Blickwinkel hängt vom jeweiligen Auge des Betrachters ab. Nachwachsende Buchenverjüngung, starke Lärchen und Fichten, ältere Eichen und Buchen, Totholz oder eine Feinerschließungsgasse, das alles zeigt der Blick durch die „Displays“.

"Das Hintergrundbild von Laptop und Smartphone ändert sich ständig"

Über die zeitliche Schiene, das heißt den wiederkehrenden Blick in gewissem zeitlichen Abstand, kann die im Wald laufende Wuchsdynamik nachvollzogen werden. So sind live der Waldumbau in den Bayerischen Staatsforsten, der Naturschutz im Zusammenhang mit Totholz und Starkholz, das Wirtschaften und auf der anderen Seite Ruhe und Erholung mitzuerleben. Vergänglichkeit, neues Entstehen und vieles mehr werden sichtbar. Durch eine Veränderung des eigenen Blickwinkels entstehen laufend neue Bilder. Wie im echten Leben, jeder darf es anders sehen und auch interpretieren. Das Hintergrundbild von Laptop und Smartphone ändert sich im permanenten Wechsel.

Die Macher hinter dem Projekt

Die Gestaltungsidee wurde von Verron und im Detail von seinem Stellvertreter Erwin Graf geboren. Als neue Revierleiterin im Erholungsraum Raffa unterstützte Lea Franz ihr erstes Projekt vor Ort. Forstwirtschafts- und Ausbildungsmeister Michael Fischer setzte mit seinen Forstwirtlehrlingen die Idee in die filigranen Holzarbeiten um. Die Bayerischen Staatsforsten wünschen allen Besuchern und Lernenden viel Spaß und Freude im Grünen Klassenzimmer. Zahlreiche Interessierte mögen auf dem Rundweg des Kunstwaldgartens einen Blick in oder durch die Bildschirme werfen. Insbesondere Schüler sollen damit dem Wald näherkommen, ihn verstehen und schätzen lernen. Für eine Nachhaltigkeit des Waldes ist nicht nur dessen eigene Verjüngung, sondern auch das langfristige Interesse und die Verbundenheit der nachwachsenden Menschengeneration an und mit ihm entscheidend.

Alexander Flierl, Thomas Gesche und Michael Chwatal lobten die Initiative des Forstbetriebs Burglengenfeld. Sie ermunterten die Kinder, auch in Zukunft mit der Familie oder Freunden den Wald zu besuchen und den Wandel der Natur zu verfolgen.

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