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02.11.2018

„Rauhnächte in der Oberpfalz“: Mysterienspiel in sieben Szenen

Gerhard Schneeberger (2.v.re.) und seine Schauspieler zeigen in der Altstadt von Burglengenfeld ein Mysterienspiel in sieben Szenen.

Gerhard Schneeberger (2.v.re.) und seine Schauspieler zeigen in der Altstadt von Burglengenfeld ein Mysterienspiel in sieben Szenen.

Unterwegs mit der „Bluadigen Luzier“, dem „Thammer mi’m Hammer“ oder den „wilden Niklo“: Unter dem Motto „Rauhnächte in der Oberpfalz“ zeigen Stadtführer Gerhard Schneeberger und seine Schauspieler ein Mysterienspiel in sieben Szenen vor der historischen Kulisse der Altstadt von Burglengenfeld. Termine sind an den Sonntagen 2. Dezember, 16. Dezember sowie 05. Januar 2019. Treffpunkt ist jeweils um 18 Uhr vor dem Hauptportal der Vituskirche in Burglengenfeld. Die Erlebnisführung kostet acht Euro pro Person.

Gerhard Schneeberger und sein Schauspielerteam beschäftigen sich nun schon seit über zehn Jahren mit dem reizvollen Stadtführungsthema „Rauhnächte in der Oberpfalz“. Die Rauhnächte bezeichnen die Tage um den Jahreswechsel. Die Darsteller tauchen mit ihren Gästen in eine mythische Welt ein. Die Nächte stehen in enger Verbindung mit Ritualen rund um das Nutzvieh, aber auch Verwandlungen zwischen Tieren und Menschen oder haarigen mythischen Wesen. Mit der Dunkelheit beginnt das Reich von Dämonen, von elementaren Spukgestalten, die das Schicksal der Menschen bestimmen. Wer an den Schicksalsmächten rührt, ist ihnen unwiederbringlich verfallen, wer jedoch mit ihnen umzugehen versteht, dem eröffnet sich ein kleines Fenster für Zukünftiges. Wer diese Gabe besaß, konnte in dieser Zeit in die Zukunft blicken. So hoffte manch junges Mädchen durch das Absagen eines Sprüchleins in der Thomasnacht den künftigen Bräutigam zu erfahren, der ihr dann im Traume erschien.

Geschichte und Geschichten

Den Gästen wird der gesamte Rauhnachtzyklus von der ersten am 29. November bis zur größten Nacht am 6. Januar vorgestellt. Dabei werden alte Geschichten von Rauhnachtbräuchen erzählt und als kurze Schauspielszene dargestellt. Gestalten wie die „Bluadige Luzier“, der „Thammer mi’m Hammer“, die „druckat Drud“ oder die „wilden Niklo“ waren es, die vor allem die Kinder in dieser Zeit in Angst und Schrecken versetzten. Dies diente zur damaligen Zeit der Kindererziehung. Und so wurde aus der heiligen Luzia aus Sizilien, die für ihren Glauben sterben musste und nur Gutes tat in ihrem Leben, in der Oberpfalz die schreckliche „bluadige Luzier“. 

Infos zur Anmeldung

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung ist möglich im Rathaus Burglengenfeld, Tel. (09471) 7018 64, oder bevorzugt per E-Mail an gerhard.schneeberger@burglengenfeld.de.

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