Präventionstage

BITTE BEACHTEN SIE: Wegen der Corona-Lage wurden die für Juli 2022 unter dem Motto "von Jugendlichen für Jugendliche" in der Stadthalle Burglengenfeld geplanten Präventionstage abgesagt.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt Organisator und Fokusgruppe Jugend Leiter Merlin Bloch. Der Grund für die Absage: Mehrere große Kooperationspartner hatten zuvor ihre Teilnahme aus unterschiedlichen Gründen zurückgezogen. Hinzu kamen beim Organisationsteam Bedenken, eine Großveranstaltung in Innenräumen abzuhalten. Hochrechnungen ergaben, dass an den drei geplanten Veranstaltungstagen rund 2000 Teilnehmer und somit ein großer Ansturm in der Stadthalle zu erwarten gewesen wäre. Nachdem in der Zielgruppe nicht einmal jeder Dritte die Booster-Impfung vorweisen könne, wäre das Gesundheitsrisiko zu groß gewesen. Moritz Fabi, Mitglied im Fachbereich "Suchtprävention und Gesundheit" betont: "Mich als 16-Jährigen hätte es sehr beunruhigt, eine Großveranstaltung im Innenraum zu organisieren und zu besuchen, mit Blick auf die Statistik der Booster-Impfungen in meinem Alterskreis - die Gefahr wird unterschätzt."

Potenzielle Unterstützer haben laut Angelika Pron, Leiterin des Fachbereichs "Suchtprävention und Gesundheit", „massiv Stellen abgebaut“ und ihr Angebot reduziert. Selbst der größte „Player“ der "Präventionstage 2018" und ein wichtiger Partner der Fokusgruppe Jugend, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln, hat abgesagt. „Aufgrund der Pandemie und dem Auslaufen der Projekte im Bereich Alkoholprävention mit der Zielgruppe Jugendlicher Ende 2021 hat die BZgA aktuell leider kein personalkommunikatives Angebot im Bereich Suchtprävention, das sie zur Verfügung stellen könnte“, bestätigt Eva Richter von der Stelle „K1“ für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ursächlich ist nicht nur die Tatsache, dass die Pandemie nach wie vor täglich hohe Infektionszahlen liefert. Mindestens genauso stark fällt ins Gewicht, dass den Veranstaltern wichtige Mitstreiter weggebrochen sind. Somit wäre es unmöglich gewesen, die selbst gesteckten Qualitätsanforderungen zu erfüllen. „Wir wollten nichts machen, wozu wir selbst nicht stehen.“ Denn das Problem, dem die Präventionstage gewidmet waren, sei ja in den vergangenen Jahren eher gewachsen, betont Pron. Viele Jugendliche hätten unter den Folgen der Pandemie massiv gelitten, insbesondere Depressionen hätten zugenommen.

Bürgermeister Thomas Gesche, welcher die Veranstaltung stets unterstützt und gefördert hatte, bedauert diesen Schritt: „Die Präventionstage waren in ihrer Konzeption einmalig. Die Entscheidung für die Absage ist zwar nachvollziehbar, aber dennoch zu bedauern“.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es – 2023 will es die Fokusgruppe noch einmal versuchen, bevor die Leitung an die nächste Generation übergeben wird. Aufgrund einiger Nachfragen hat sich die Fokusgruppe Jugend dazu entschieden, eine Verfügbarkeitsabfrage als Umfrage zu erstellen, bei welcher alle Kooperationspartner aus dem Partnernetzwerk angeben können, ob Sie bei einer Wiederauflage der "Präventionstage" teilnehmen würden. Merlin Bloch betont: "Abhängig gemacht wird die Austragung in 2023 allerdings vom Ergebnis dieser Verfügbarkeitsabfrage der bundesweiten Kooperationspartner. Dieses liegt im August vor und darauf basierend wird die finale Entscheidung getroffen."